Fragen & Antworten zur EU-Jugendstrategie

Was ist die EU-Jugenstrategie?

Die "EU-Jugendstrategie" geht zurück auf eine Entschließung des Rat der Europäischen Union im Jahre 2009 zur jugendpolitischen Zusammenarbeit. Die "EU-Jugendstrategie" ist somit zunächst einmal eine politische Leitlinie. Neue Förderprogramme und konkrete Umsetzungsinstrumente sind damit nicht entstanden. Aber die Jugendstrategie setzt den Rahmen, in dem Projekte in der Jugendarbeit gefördert werden. Sie liefert die Grundüberlegungen und die Argumentationslinien für konkrete Projekte.

Die erste "EU-Jugendstrategie" wurde 2009 für den Zeitraum 2010 bis 2018 verabschiedet. 2018 kamen die EU-JugendministerInnen in Brüssel zusammen und legten erneut den Rahmen ihrer jugendpolitischen Zusammenarbeit für den Zeitraum 2019 bis 2027 fest.

Worum geht es in der Strategie?Es geht um das, was die Jugendarbeit selbst Tag für Tag antreibt: die Förderung und Unterstützung der Jugendlichen in Europa in allen Bereichen — sozial, beruflich, persönlich. Vor allen Dingen geht es um Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Arbeit und um die Förderung von sozialem und gesellschaftlichem Engagement sowie die Teilhabe am demokratische Leben. 

Die aktuelle Strategie legt die drei Schwerpunktthemen "Beteiligung", "Begegnung", "Befähigung" fest, die bis 2027 in der europäischen Jugendpolitik durch die Mitgliedsstaaten vorangebracht werden sollen. Den Schwerpunktthemen sind unterschiedliche Aspekte zugeordnet:

Beteiligung:
- Stärkung einer inklusiven und demokratischen Partizipation
- aktive Beteiligung an politischen Gestaltungsprozessen
- Umsetzung von Erfahrungs- und Lerngelegenheiten für Partizipation (inklusiv und auch digital)
- Umsetzung des neuen "EU-Jugenddialogs"

Begegnung
- grenzüberschreitende Moblität für junge Menschen und Fachkräfte
- Unterstützungsmöglichkeiten für junge Menschen mit geringeren Chancen ermöglichen
- solidarisches Engagement junger Menschen stärken

Befähigung
- Weiterbildung von Fachkräften
- Profilierung von rechtlichen Grundlagen
- Stärkung von Ressourcen

Wie sieht die Umsetzung in Deutschland aus?Auf politischer Ebene sind die wichtigsten Akteure der Umsetzung der EU-Jugendstrategie der Nationale Beirat und der „EU-Jugenddialog“.

Der Nationaler Beirat:
Zur fachlichen Begleitung der EU-Programme hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 2014 den Nationale Beirat eingesetzt. Der Beirat ist zuständig für die EU-Programme "Erasmus+", "JUGEND IN AKTION" und seit 2019 für den "Europäische Solidaritätskorps". Im Beirat vertreten sind Vertreter*innen der obersten Landesjugendbehörden und Jugendverbände (u.a.: Deutsche Sportjugend, Internationaler Bund, Vertreter*innen der Jugendringe, u.v.m.).

"EU-Jugenddialog":
Um sich an der Umsetzung der "EU-Jugendstrategie" beteiligen zu können, werden junge Menschen europaweit im Rahmen des "EU-Jugenddialog" in Workshops, Regionalkonferenzen oder mit Hilfe von Online-Tools zu ihren Ideen und Meinungen befragt. In Deutschland wird der "EU-Jugenddialog" vom Deutschen Bundesjugendring organisiert. Aus dem letzten "EU-Jugenddialog" entstanden elf europäische Jugendziele (Youth Goals), die als Anregungen für jugendgerechte Politik dienen sollen. Die Youth Goals für 2019 bis 2027 sind:

- Die EU mit der Jugend zusammenbringen
- Gleichheit aller Geschlechter
- Inklusive Gesellschaften
- Information und konstruktiver Dialog
- Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
- Jugend im ländlichen Raum voranbringen
- Gute Arbeit für alle
- Gutes Lernen
- Räume und Beteiligung für alle
- Ein nachhaltiges, grünes Europa
- Jugendorganisationen und europäische Jugendprogramme

Das Deutsche Jugendinstitut begleitet die Umsetzung wissenschaftlich.


Und wie ist es in Rheinland-Pfalz?
In Rheinland-Pfalz ist das Jugendministerium mit der EU -Jugendstrategie befasst. Hier stehen AnsprechpartnerInnen bei Fragen zu Förderinstrumenten zur Verfügung. Außerdem organisiert das Jugendministerium entsprechende Fortbildungen und Tagungen für Fachkräfte (etwa zu EU-Förderinstrumenten). Ausführlicher lässt sich das hier nachlesen:


Was kann „Beschäftigung mit Europa“ in der Jugendarbeit alles bedeuten?
Das Zauberwort bei der Beantragung von Fördermitteln für EU-Jugendprojekte lautet „EU-Dimension“. Aber wann hat ein Projekt eine „EU-Dimension“? Einige Beispiele für Handlungsfelder und Projekte:

1. Jugendlichen, vor allem auch benachteiligten Jugendlichen, dabei helfen, eine Zeit in einem anderen europäischen Land zu verbringen (Schlagwort „Mobilität“) durch:

- Jugendaustausch
- Workcamps
- Freiwilligendiens
- Schulaustausch
- Studienaufenthalt
- Berufspraktikum

2. Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Europa“ (politische und soziale Aspekte, die Europäische Union, europäische Debatten…) durch:

- Workshops, die auf kreative und ggf. gestalterische Weise diese Themen behandeln
- Planspiele, bei denen Jugendliche in die Rollen von EU-PolitikerInnen schlüpfen

3. Fachkräfteaustausch innerhalb Europas, das Kennenlernen von Arbeitsweisen von KollegInnen aus anderen Ländern.

4. Fortbildung: Die eigene Organisation oder das Personal durch Angebote von Beratung, Qualifizierung und Vernetzung in die Lage versetzen, in Zukunft mit europäischen Partnern zusammenzuarbeiten.

Wo bekomme ich Unterstützung?Angenommen, ich habe nun eine gute Idee für ein Europa-Projekt, oder interessiere mich dafür, eins auf die Beine zu stellen: wo kann ich mir Hilfe holen? Welche Finanzierungsmöglichkeiten bieten sich mir? Wie finde ich Partner? Gibt es entsprechende Fortbildungen oder Vernetzungsangebote in meiner Nähe?