Fallbeispiel der Beratungsstelle TINA e.V.

Exemplarischer Einzelfall aus der Praxis der sozialpädagogischen Beratungsstelle TINA e.V. in Trier

Die hier beschriebene junge Frau ist 23 Jahre alt und stammt aus einem sozialen Brennpunkt der Stadt Trier. Ihr schulischer Werdegang endete 1992 mit dem Hauptschulabschluss. Im Anschluss daran begann sie eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Nach 1,5 Jahren brach sie diese Ausbildung wegen gesundheitlicher Probleme ab.

Wegen massiver Essstörungen konnte sie eine regelmäßige Arbeitsteilnahme nicht mehr Gewähr leisten. K. versuchte mit ärztlicher Unterstützung diese Probleme in den Griff zu bekommen. Zur weiteren Unterstützung des Selbstwertgefühls war nach der therapeutischen Behandlung eine erneute Arbeitsaufnahme geplant.

Zu diesem Zeitpunkt kam der Kontakt zu der sozialpädagogischen Beratungsstelle für junge Arbeitslose zu Stande. Nach einer ausführlichen Anamnese, die eine umfassende Klärung ihrer persönlichen Verhältnisse und Situation beinhaltete, war eine Aufnahme ins Ökoprogramm der TINA e.V. vorgesehen.

Während der Maßnahmenteilnahme ging es vor allem um die Vermittlung von Basisqualifikationen, die für die Entwicklung einer beruflichen Perspektive für K. unerlässliche Voraussetzung war. Für die junge Frau endete das Ökoprogramm dann jedoch mit einer Schwangerschaft und der anschließenden Geburt ihres Kindes.

Nach dem Mutterschutz entschied sich K. dazu einen dreijährigen Erziehungsurlaub zu beantragen. Im Anschluss daran fand sie für ihre Tochter einen Kindergartenplatz und stand somit dem Arbeitsamt wieder zur Verfügung.

Zu diesem Zeitpunkt kam über das Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit „Soziale Betreuung und Hinführung an Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen“ ein erneuter Kontakt zu der jungen Frau zu Stande.

In einem Beratungsgespräch zeigte sie Interesse an einer Qualifizierungsmaßnahme in der Textilwerkstatt der TINA e.V. Die Maßnahme qualifiziert in den Bereichen Küche, Hauswirtschaft und Wäscheschneiderei.

Die intensive sozialpädagogische Beratung und Betreuung sollen zusätzlich an die Anforderungen des Arbeitsmarktes heranführen. Gezieltes Bewerbertraining und die Durchführung von Praktikas innerhalb der Maßnahme sind besonders wichtig, um im Anschluss eine Anbindung auf dem Stellenmarkt zu finden.

In unserem Fall bewarb sich K. um eine Praktikumsstelle in einem Altenheim.

Die vierwöchige Erprobungszeit war so erfolgreich, dass ihr noch während unserer Maßnahme eine Arbeitsstelle als Stationshilfe in diesem Heim angeboten wurde. K. nahm diese Stelle an.

Durch diese positive Arbeitserfahrungen motiviert, beabsichtigt sie, sich zum nächst möglichen Zeitpunkt an der Altenpflegeschule zu bewerben.

(Quelle: LJP 2000/01)